PRESSE-ERKLÄRUNG




Vorerst keine Schließung des Tierheims



Wiehl - Nach Einschätzung von Rainer Gaertner muss das Tierheim Koppelweide vorerst nicht geschlossen werden. Die Spendenaktion „Rettungsanker für das Tierheim Koppelweide“ habe soviel eingebracht, dass die Gefahr der Insolvenz für die nächsten zwei bis drei Monate gebannt sei, so der Vorsitzende des Tierschutzvereins Oberberg, der sich bei allen Spendern für die finanzielle Unterstützung herzlich bedankt. Ganz besonders bei den Personen, die mit größeren Summen einen wichtigen Beitrag zur Abwendung der Insolvenz geleistet hätten. Ihnen werde in Kürze eine Urkunde für ihre Hilfestellung überreicht werden. Aber auch die vielen kleineren Spenden seien ganz wichtig gewesen, da auch sie zum Erhalt des Tierheims beitragen würden, dem ohne diese Hilfe das Aus drohe. Es sei gewährleistet, dass alle Spenden und Unterstützungsgelder effizient eingesetzt würden, so Gaertner. „Gerade wegen der Kostenexplosion in den letzten beiden Jahren stehen wir auch vor der schwierigen Aufgabe, die Ausgaben zu senken, ohne dass es zu Lasten der Tiere geht“, sagt Gaertner mit Verweis auf die enormen Energiekosten, die eine große Belastung für den Verein darstellen würden. Der positive Ausgang der Spendenaktion bedeute daher noch lange keine Entwarnung, denn nach dieser Karenzzeit ginge das Zittern weiter, es sei denn, es ließen sich langfristige Lösungen finden, um die betriebswirtschaftliche Lage des Tierheims zu stabilisieren.


Grundsätzlich seien Tierheime gesellschaftlich notwendige Einrichtungen, die aus der ethischen Verantwortung für das einzelne Tier eine gemeinnützige und humanitäre Aufgabe im öffentlichen Interesse wahrnähmen. Die wesentliche Funktion eines Tierheims bestehe darin, in Not geratenen Tieren aller Art sofort und unbürokratisch eine Bleibe und Versorgung zu bieten im Rahmen der räumlichen und personellen Möglichkeiten. Die vorübergehende Beherbergung und anschließende Rückgabe von Fundtieren an den Besitzer sowie die Vermittlung von Abgabetieren und herrenlosen Tieren an Tierfreunde seien die wichtigsten Aufgaben von Tierschutzvereinen mit Tierheimen. Damit unterschieden sich Tierheime grundsätzlich von gewerblichen Haltungen, bei denen in erster Line kommerzielle Aspekte eine Rolle spielten, erläutert Gaertner unter Hinweis auf die Richtlinien des Deutschen Tierschutzbundes e.V.


„Der Wert einer Gesellschaft misst sich auch daran, wie sie mit Schwachen und Hilflosen umgeht“, stellt Gaertner weiter fest und bezieht diese Aussage auch auf Tiere, die oft das letzte Glied in der sozialen Kette seien. Umso mehr sei bei sozialen Einrichtungen wie einem Tierheim auch die Politik gefordert. Dass allerdings von der öffentlichen Hand in Oberberg nichts zu erwarten sei, habe man jetzt überdeutlich zu spüren bekommen. Im September vorigen Jahres hätte zwar der Landrat Hagen Jobi in einem Schreiben an den Vereinsvorsitzenden Gaertner noch die Förderung des ehrenamtlichen Tierschutzes für das Haushaltsjahr 2010 in Aussicht gestellt, aber offensichtlich wolle man jetzt, wo es konkret wird, nichts mehr davon wissen. Dabei beruft sich Gaertner auf eine Aussage, die der Kreisdezernent Dr. Christian Dickschen in einem Interview getroffen hat, das vor kurzem vom WDR ausgestrahlt wurde. Darin hatte Dickschen betont, dass selbst eine freiwillige Unterstützung des Tierheims durch den Kreis nicht in Frage komme. Im Gegenzug wird der Tierschutzverein Oberberg nunmehr auch keine beschlagnahmten oder anderweitig sichergestellten Tiere des Kreisveterinäramtes mehr aufnehmen. „Bis jetzt waren wir immer gut genug dafür, diese Tiere im Tierheim Koppelweide unterzubringen und zu versorgen, aber jetzt können und wollen wir das nicht mehr leisten“, erwidert Gaertner in Reaktion auf die mangelnde Hilfsbereitschaft des Kreises.


„Wir müssen offensichtlich alles aus eigener Kraft schultern“, heißt es in einer Presse-Erklärung zur finanziellen Notlage des Tierheims. Nach der Spendenaktion, die weiter fortgesetzt werde, habe sich Gaertner nunmehr mit einem professionellen Marketing-Fachmann zusammengefunden, der kostenlos für den Erhalt des Tierheims Koppelweide werben will. Und zwar werde beabsichtigt, mittelständige Unternehmen und Einzelhandelsgeschäfte des Oberbergischen Kreises als Sponsoren zu gewinnen. Als Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung biete man den Firmen und Geschäften die Präsenz auf der vereinseigenen Homepage an. „So können beide Seiten von der Aktion profitieren“, sagt Gaertner, der wieder einen Silberstreifen am Horizont sieht.


Als Lichtblick wird auch das Frühlingsfest genannt, das am Sonntag, dem 16. Mai 2010, im Tierheim Koppelweide stattfinden soll.




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